Praxis: Dr. med. Martin Strohmeier

EU-Parlament ermöglicht Ausnahmeregelung für MRT-Geräte

Straßburg/Brüssel - Das Europäische Parlament hat heute einer Ausnahmeregelung für MRT-Anwendungen (Kernspintomographie) im Rahmen der Richtlinie zu elektromag­netischen Feldern (EMF-Richtlinie) zugestimmt, um den Einsatz dieser medizinischen Anwendung in Europa auch künftig sicherzustellen. Die Abgeordneten unterstützen damit im Wesentlichen den Vorschlag der Kommission. Darauf hat Peter Liese (CDU), gesundheitspolitischer Sprecher der größten Fraktion im Europäischen  Parlament (EVP - Christdemokraten), hingewiesen.

Eine Neufassung der Richtlinie hatte derart strenge Grenzwerte vorgesehen, dass die MRT nach Meinung von Experten in der Patientenversorgung und in der Forschung kaum mehr hätte eingesetzt werden können. „Ohne die jetzt beschlossene Ausnahme für MRT-Anwendungen würde der Einsatz im medizinischen Alltag deutlich erschwert, und die Patienten könnten nicht mehr problemlos untersucht und behandelt werden“, erklärte Liese.

Dies wäre insbesondere schwierig, wenn bei unruhigen Patienten, zum Beispiel Kindern oder dementen Patienten, wo eine besondere Betreuung eines Arztes oder einer Krankenschwester notwenidig ist. Auch das Operieren unter MRT wäre deutlich erschwert worden. Die Technik sei aber unverzichtbar, um zum Beispiel Patienten, die an Krebs oder Erkrankungen des Gehirns leiden, zu diagnostizieren und besser zu behandeln, erklärte der Arzt und Europaabgeordnete.

Bereits 2004 hatte die Europäische Union Grenzwerte für elektromagnetische Strahlen beschlossen. Aufgrund der Proteste vieler Ärzte und Patienten wurde das Inkrafttreten dieser strikten Regelungen zweimal hinausgeschoben, um den Einsatz der medizinischen Anwendung nicht zu gefährden. Sie argumentieren damit, dass seit mehr als 30 Jahren keine nennenswerten Gesundheitsrisiken festgestellt worden sind und die Gefahren allenfalls theoretischer Natur sind.

Das Europaparlament hatte sich dieser Argumentation stets angeschlossen und konnte damit bei den Verhandlungen letztendlich auch die Mitgliedsstaaten überzeugen, die diese Lösung im Rat jetzt ebenfalls mittragen. © KBr/aerzteblatt.de

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